Impfungen für Brasilien und Reisemedizinische Informationen

 

Aktuelle Meldungen:

Chikungunya: Die Gesundheitsbehörden haben Mitte 2014 die ersten lokal erworbenen Infektionen gemeldet. Die meisten Infektionen stammen aus den Bundesstaaten Bahia (O) und Amapa (N). In diesem Jahr wurden ca. 137.800 Verdachtsfälle registriert, 30.315 wurden bestätigt. 17 Menschen sind verstorben. Mückenschutz beachten.

Dengue: Im gesamten Land besteht ein hohes Risiko für Dengue. Am stärksten betroffen sind derzeit die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias und Sao Paulo. In den ersten 23 Wochen wurden bereits ca. 1.354.290 Infektionen und 318 Todesfälle registriert. Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Minas Gerais und Sao Paulo. Seit Ende Februar geht die Zahl der wöchentlichen Neuerkrankungen kontinuierlich zurück. Im letzten Jahr wurden ca. 1.649.000 Erkrankungen registriert, mindestens 863 Menschen sind verstorben. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.

Einreiseimpfvorschrift: Aufgrund der anhaltenden Gelbfieber-Ausbrüche in Angola und der Demokratischen Republik Kongo werden ab Juli dieses Jahres die Einreiseimpfvorschriften vorübergehend verschärft. Eine Gelbfieber-Impfbescheinigung ist bei Einreise und auch bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der beiden Länder erforderlich. In einigen Teilen Brasiliens besteht ebenfalls ein Infektionsrisiko. Eine Impfung ist deshalb für Reisende in die entsprechenden Gebiete empfehlenswert.

Influenza: In diesem Jahr hat die Grippe-Welle relativ früh im Jahr begonnen. Seitdem wurden landesweit etwa 6.570 schwere Fälle gemeldet. Es muss von einer hohen Dunkelziffer nicht registrierter Erkrankungen ausgegangen werden. 1.233 Menschen sind an einer Infektion mit Influenza A(H1N1), der sog. Schweinegrippe, verstorben. Die meisten Fälle wurden aus São Paulo gemeldet. Impfschutz beachten.

Zika-VirusEnde April 2015 wurden im Bundesstaat Bahia (O) erstmals Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt, es waren gleichzeitig die ersten auf dem südamerikanischen Festland. Bisher wurden landesweit ca. 165.930 Verdachtsfälle gemeldet, 66.180 davon wurden bestätigt. Ende November 2015 haben die Gesundheitsbehörden den ersten Todesfall bestätigt. Seitdem ist die Zahl der Todesfälle auf 4 gestiegen. Seit Ende Februar geht die Zahl der wöchentlichen Neuerkrankungen kontinuierlich zurück. Aufgrund der Olympischen Spiele Anfang August hat die Regierung ihre Maßnahmen zur Vektorbekämpfung und Aufklärung der Bevölkerung massiv verstärkt. Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass das Virus bereits zwischen Mai und Ende Dezember 2013 nach Südamerika eingeschleppt wurde. Besonders im Nordosten des Landes werden seit dem vergangenen Jahr vermehrt Kinder mit Fehlbildungen des Gehirns (sog. Mikrozephalie) geboren. Bis Anfang Juni wurden landesweit ca. 7.500 Verdachtsfälle gemeldet, 1.551 davon wurden bestätigt. 2014 wurden 147 derartige Fehlbildungen diagnostiziert. Die Gesundheitsbehörden vermuten, dass Infektionen mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft zu diesen Fehlbildungen führen können. Am 01. Februar hat die Weltgesundheitsorganisation einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.

 

 

Einreise-Impfvorschriften:

Für die Einreise besteht zurzeit keine Impfpflicht. Neben den in Deutschland empfohlenen Impfungen können für Ihre Reise jedoch weitere Impfungen sinnvoll sein.

Bei Einreise aus Infektionsgebieten wird die Gelbfieber-Impfung entgegen den offiziellen Vorschriften häufig kontrolliert. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur, Landgrenzen. Seit 2015 werden auch vermehrt Kontrollen von internationalen Flughäfen (z.B. Sao Paulo) berichtet.
       
Formale Gültigkeit der Gelbfieber-Impfbescheinigung (lt. WHO 2016): keine Angabe, bis auf weiteres ist von einer Gültigkeit von 10 Jahren auszugehen.

 

Empfohlener Impfschutz

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:

 

Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung  1 Reisebedingung  2 Reisebedingung  3
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(b) in endemische Gebiete. Dazu gehören folgende Bundesstaaten mit ihrem gesamten Territorium: Acre, Amapá, Amazonas, Goiás, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Pará, Rondonia, Roraima, Tocantins, Minas Gerais, Distrito Federal; Bundesstaaten mit bestimmten Teilen ihres Territoriums: Piaui, Bahia, Sao Paulo (nicht Stadt Sao Paulo), Paraná (mit dem Iguazú NP), Santa Catarina, Rio Grande do Sul.
(c) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(d) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(e) Schutz gegen Reisediarrrhoe (ETEC).
(g) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)



Wichtiger Hinweis

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen.

 

Malaria

Risiko: ganzjährig

Die Malaria ist in Brasilien weitgehend auf die neun Staaten der Amazonasregion beschränkt. Das Übertragungsrisiko ist regional unterschiedlich, am höchsten ist es in den dortigen Flußtälern, im Regenwald sowie in den Bergbau- Holzabbau- und neueren Siedlungsgebieten unterhalb 900 m während und nach der Regenzeit. Im einzelnen ist mit einem abgestuften Risiko in folgenden Staaten zurechnen:

* hohes Risiko (jährliche Inzidenzen durchschnittlich > 50 auf 1000) in Rondonia, Roraima, Amazonas, Amapá und Acre;

* mittleres Risiko (jährliche Inzidenzen durchschnittlich 10 - 49 auf 1000) in Pará (besonders im S) und Mato Grosso (besonders im N);

* geringes (herdförmiges)(jährliche Inzidenzen durchschnittlich < 10 auf 1000) in Tocantins und Maranhao, vor allem in den westlichen Teilen beider Staaten.;

* In den Städten der Amazonasregion (z.B. Boa Vista, Cruzeiro do Sul, Macapá, Manaus, Maraba, Porto Velho, Rio Branco, Santarem) ist in den Außenbezirken mit einem dem jeweiligen Staat entsprechenden Risiko zu rechnen, in den eigentlichen Stadtgebieten ist das Risiko gering.;

* Außerhalb der Amazonasregion besteht lediglich in den angrenzenden ländlichen Gebieten herdförmig ein sehr geringes Risiko, das nach Osten ausläuft;

* als malariafrei gelten die Staaten an der Ostküste sowie der Distrito Federal mit der Hauptstadt Brasilia.

 

Vorbeugung:

Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

* In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)

* Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).

* Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.

* Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.

* Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle. Malariamittel sind verschreibungspflichtig.

 

Quelle: Centrum für Reisemedizin