Grünes Brasilien II - Der Atlantische Regenwald

Mittwoch, 1. Juni 2016 10:00 - Brasilien News

Faszinierende Mata Atlantica

 Atlantischer Regenwald

Wer auf einer Brasilien Reise ist, träumt stets vom Amazonas während der Atlantische Regenwald eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die „Mata Atlantica“ ist jedoch eines der artenreichsten und gleichzeitig gefährdetsten Biome der Welt. Nur noch wenige Prozent von ihr sind übrig. Mit Hilfe einer neuen Technik soll der Atlantische Regenwald jetzt in der Megametropole Sao Paulo wieder seinen Platz finden.

 

Einst bedeckte dieses grüne Pflanzenmeer eine Fläche von über 1,3 Millionen Quadratkilometern und erstreckte sich vom Süden bis in den Norden, über siebzehn der sechsundzwanzig Bundesstaaten Brasiliens hinweg. Im südlichen Bahia, Santa Catarina oder Parana, wo es noch größere zusammenhängende Flächen des Urwalds gibt, zeigt er sich in seiner ganzen Vielfalt. 1992 wurde er von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt, mit dem Ziel das Ökosystem, seine Artenvielfalt und Funktion zu erhalten. Biologisch gesehen besteht dieses Gebiet aus einer Vielzahl unterschiedlicher Ökosysteme und die Biodiversität übersteigt sogar die des Amazonas Regenwaldes. Wegen der verschiedenen Höhenlagen gibt es eine schier unfassbare Vielfältigkeit von Flora und Fauna. Verzeichnet sind mehr als zwanzigtausend verschiedene Baumarten, rund achttausend davon endemisch. In der Mata Atlantica wachsen mehr Pflanzenarten als in Europa und Nordamerika und sie beherbergt das größte Nagetier und die kleinste Affenspezies der Welt. Nebenbei kontrolliert dieser Wald das Klima entscheidend und dient als Grundwasserlieferant.

 

Doch er wird weiter abgeholzt, von Siedlungen durchfressen und zunehmend von Klimakatastrophen heimgesucht. Als Resultat gilt der Atlantische Regenwald als das am stärksten bedrohte Biotop Brasiliens. Nur ein Bruchteil seines ursprünglichen Areals ist erhalten. Alle existenten Flächen zusammengezählt, sind heute nur noch zwanzig Prozent der ursprünglichen Pracht vorhanden. Lediglich sieben Prozent davon sind größer als einen Quadratkilometer und in gutem Zustand. Der Naturraum ist extrem gefährdet, vor allem auch dadurch, dass entlang der Küste etwa zwei Drittel der brasiliansichen Bevölkerung leben. Die großen Städte Brasiliens wie Sao Paulo, Rio de Janeiro, Salvador und Porto Alegre sind von den Wasserreserven des Waldes abhängig. In der Megacity Sao Paulo herrscht notorische Wasserknappheit, obwohl sie in einem der traditionell regenreichsten Gebiete des Kontinents liegt.

 

Ein Projekt will der Zerstörung nun Einhalt gebieten, indem es den Atlantischen Regenwald in luftige Höhe auf die Dächer von Sao Paulo verpflanzt. Das erste Urwalddach auf dem „Edificio da Fundacao Casper Libero“ in der Geschäftsstraße Avenida Paulista ist bereits entstanden. Dort bildet ein kleiner Park mit mehr als hundertdreißig verschiedenen Arten, die in der Mata Atlantica heimisch sind, eine grüne Oase. Ganz so hoch wie in ihrem natürlichen Umfeld werden die Bäume allerdings nicht. Von dem Dachwald profitieren das Stadtklima und die Menschen, da die Temperatur im Gebäude sich durch die Vegetationsdecke um bis zu achtzehn Grad senkt.

 

Jedes Jahr entdecken zahlreiche Besucher aus aller Welt die Magie und die unfassbare Schönheit des Atlantischen Regenwaldes. In den Bundesstaaten Santa Catarina, Sao Paulo und Rio de Janeiro gibt es zahlreiche, unvergessliche Erlebnistouren. Beim Reiten, Raften, Wandern lässt sich der einmalige Lebensraum während des Brasilien Urlaubs entdecken.

 

 

Quelle: www.hypeness.com.br

Quelle: (L-ADB)

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