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Brasilien: Ein Land vereint die Kulturen der Welt

29.03.2018
Bunte Prozession in Salvador

Die bedeutende Rolle der Einwanderer in Brasilien

Dass Brasilien aus einer bunten Mischung unterschiedlicher Kulturen besteht, werden Sie auf Ihrer Brasilien Reise schnell spüren. Die Einflüsse der afrikanischen Lebensweise im Norden oder auch die europäisch geprägten Regionen im Süden des Landes erinnern an eine ereignisreiche Geschichte. Brasilien ist ein Land, das vor allem mit seiner Vielseitigkeit zu überraschen weiß. Nicht nur auf variierende Landschaftsbilder und Klimazonen, sondern auch auf Einwohner mit den unterschiedlichsten Hintergründen werden Sie während Ihrer Reise treffen. Die Immigration hat hier schon immer eine wichtige Rolle gespielt, denn ohne die Ströme der Neuankömmlinge wäre zum Beispiel die landwirtschaftliche Erschließung kaum möglich gewesen.

Alles begann vor über 500 Jahren mit dem Eintreffen der ersten portugiesischen Seefahrer in Brasilien. Hier fanden sie sich in einem blühenden Paradies mit reichen Bodenschätzen wieder. Nach und nach begannen die Portugiesen schließlich, den fruchtbaren Boden mit Zuckerrohrplantagen zu bebauen und die Küste Brasiliens zu besiedeln. Um die schwere Arbeit auf den Plantagen bewältigen zu können, wurden vor allem Sklaven aus afrikanischen Ländern nach Brasilien verschleppt, welche auf den Feldern tätig waren. Ab 1850 wurde der Import von Sklaven nach Brasilien jedoch strikt untersagt und die brasilianische Regierung musste Anreize für die Ankunft neuer Arbeitskräfte schaffen.
Hier haben wir nun endlich die Erklärung für die große Anzahl europäischer Einwanderer, denn das Versprechen von Land und Arbeit ließ diese in das weit entfernte Brasilien aufbrechen. Tausende Immigranten machten sich auf den Weg, in der Hoffnung auf eine Zukunft im Wohlstand.

Vor allem Italiener, Deutsche und Spanier ließen ihre Heimat hinter sich und wagten die Reise in ein unbekanntes Land. Die Mehrheit der Italiener ließ sich in der Region von Sao Paulo nieder und fand Arbeit auf den Kaffeeplantagen. Die Spanier hingegen drangen ein Stück weiter in das Landesinnere vor und die deutschen Immigranten besiedelten hauptsächlich die südliche Region um Santa Catarina. Neben den europäischen Einwanderern waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem japanische Immigranten, welche mit großen Hoffnungen in Brasilien einreisten. Auch diese legten an den Häfen in Sao Paulo an und fanden dort eine neue Heimat.

Jahrhundertelang erreichten Menschen aus aller Welt die Küste Brasiliens und bereicherten das Land mit ihren Bräuchen und Traditionen. Die Vermischung unterschiedlichster Kulturen machte Brasilien zu dem bunten Land, welches es heute ist. Afrikanische Tänze, italienische Küche und portugiesische Architektur inmitten grüner Landschaften und einem tropischen Klima. Die Vielfalt Brasiliens ist unbeschreiblich und jeder wird seine persönliche Geschichte zu erzählen haben. Die Einwanderungsströme der letzten Jahre konzentrieren sich jedoch eher auf die brasilianischen Nachbarländer, da vor allem Argentinier und Bolivianer nach Brasilien auswandern.

Auch Raquel, eine heute in Brasilien wohnende Argentinierin verließ vor 25 Jahren ihre Heimat, um in Brasilien einen Neuanfang zu wagen. Sie und ihren Mann zog es nach Florianopolis im Süden Brasiliens. Heute ist die Insel Dreh- und Angelpunkt für Touristen aus aller Welt. Doch wo jetzt Appartments, Geschäfte und Restaurants vorzufinden sind, erstreckte sich noch vor einigen Jahren eine gähnende Leere. „Am Anfang fehlte mir Argentinien sehr.“ erinnert sich Raquel. Kein Wunder, denn sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt in Buenos Aires gelebt und war aus der lebendigen Hauptstadt einen ganz anderen Rhythmus gewöhnt. „Natürlich war ich beeindruckt von den Stränden und der Natur, aber ich fühlte mich sehr abgeschieden von allem. Hier konnte ich nicht einfach die Straße hinunterlaufen und mich mit meinen Freunden in einem Cafe treffen. In Florianopolis war ich plötzlich angewiesen auf die wenigen Busse, die gelegentlich fuhren und alles was mich umgab, waren Wiesen und Felder.“ Gemeinsam mit ihrem Mann verwirklichte sich Raquel aber ihren Traum und bebaute ein Stück Land, nur wenige Meter vom Meer entfernt. Heute muss man erst die Straße hinunterlaufen, um das Meer zu sehen. Mehrstöckige Appartments und Einfamilienhäuser versperren die Sicht auf das Wasser. In den letzten Jahren hat sich das Viertel rasend schnell entwickelt, denn ständig neue Bauprojekte werden hier realisiert. Mittlerweile hat die Argentinierin in Brasilien ihr zweites Zuhause gefunden und verständigt sich in perfektem Portugiesisch mit ihren Nachbarn und Freunden. Einmal pro Jahr besucht Raquel ihre Familie in Argentinien und verbringt einige Tage in der Hauptstadt. Statt durch den Atlantischen Regenwald bahnt sie sich hier ihren Weg durch den Großstadtdschungel. „Die Tage meines Besuchs genieße ich immer sehr, aber danach zieht es mich doch wieder zurück auf die Insel.“

Ein Haus am Strand auf einer brasilianischen Insel. Was für viele wie ein Traum klingen mag, ist in Wirklichkeit mit sehr viel Mut verbunden. Alles hinter sich zu lassen, um in einem unbekannten Land ein neues Leben aufzubauen, ist kein leichtes Unterfangen doch die nötige Ausdauer scheint sich auszuzahlen. So wie Raquel hat jeder seine eigene Geschichte zu erzählen und das Thema Immigration ist stets präsent. Deutsche Großeltern, afrikanische Vorfahren oder die eigene Einwanderung. Auf Ihrer Brasilien Reise werden Sie einigen interessanten Erzählungen lauschen und die faszinierende Mischung der Kulturen direkt vor Ort erleben können.

Externe Quelle: ibge.gov.br

Quelle: Aventura do Brasil