Salvador da Bahia: Hotel am Strand versus Geschichte und Kultur
Bei Reisenden beliebt: Salvador lockt mit Traumstränden und inspirierender Kultur
Capoeira, Candomblé und ein knuspriges Acarajé… Was sich anhört, wie der Anfang eines Gedichts, soll Ihnen Hinweise auf Ihr nächstes Reiseziel geben. Falls Sie es nicht sogar schon erraten haben, lösen wir das Rätsel nun auf: Wir besuchen mit Ihnen Salvador, die erste Hauptstadt Brasiliens.
Salvador da Bahia ist bekannt für die unzähligen Hotels an den weiten Sandstränden. Doch es ist nicht nur die Lage am Meer, welche Salvador zu einem beliebten Reiseziel für Touristen macht. Als erste brasilianische Hauptstadt erwartet die Besucher der Stadt eine ausgeprägte Kultur, beeinflusst von den historischen Ereignissen der Region.
Doch beginnen wir am Besten ganz von vorne und sollten Sie sich bereits gefragt haben, was es mit all den Begriffen wie Acarajé, Candomblé und Capoeira auf sich hat, so reisen Sie doch mit uns ein Stück in der Zeit zurück und werfen Sie einen kurzen Blick auf das Brasilien, wie es vor über 500 Jahren existierte.
Aus stillem Widerstand entwickelt sich eine starke Kultur
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kolonisierten die Portugiesen weite Teile Brasiliens und vor Allem der Nordosten des Landes schien ein attraktiver Schauplatz für die europäischen Kolonialisten zu sein. Hier hatten sie es besonders auf Eines abgesehen: das weiße Gold der Region…Zucker hatte im 16. Jahrhundert einen hohen Wert im weit entfernten Europa und so sahen die Portugiesen ein gewinnbringendes Geschäft, in der Bearbeitung von Zuckerrohrplantagen. Da die Kolonialisten selber jedoch nicht die notwendigen Kapazitäten für die Bearbeitung solch weiter Flächen besaßen, suchten sie nach Alternativen, um die Arbeit auf den Plantagen zu bewältigen. Der Weg, welcher gewählt wurde, um an günstige Arbeitskräfte zu gelangen, führt uns nun zum unschönen Abschnitt der Geschichte: der Sklaverei. Große Teile der afrikanischen Bevölkerung wurden zu jener Zeit durch die Portugiesen versklavt und an die Küste Brasiliens verschleppt. Hier sollten sie nun auf den Plantagen arbeiten und ihren Gutsherren zu Reichtum verhelfen. Genaue Angaben zur Anzahl der versklavten Arbeiter können heutzutage nicht gemacht werden, doch ist man sich mittlerweile darüber einig, dass während der Kolonialzeit wohl mehr als 1 Million afrikanischer Einwohner versklavt, und zum Arbeiten nach Brasilien gebracht wurden. Die Kultur, welche sich basierend auf der Unterdrückung und der Sklaverei entwickelte, ist bemerkenswert. Denn obwohl die Arbeiter strikte Regeln zu befolgen hatten, so gelang es ihnen doch, Teile ihrer afrikanischen Kultur am Leben zu erhalten. Aus verbotenen Kampfkünsten entstanden geschmeidige Tänze mit zielgerichteten Bewegungen und unterdrückte Religionen führten zu gemeinsamen Treffen mit christlichen Symbolen als Vorwand. All diese Einflüsse, die durch die Sklaverei entstanden, sind heute ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Region um Salvador da Bahia und bereichern diese Gegend mit den Bräuchen einer einzigartigen Kultur.
Afrikanische Einflüsse sorgen für fest verankerte Bräuche
Auf einem Rundgang durch die Stadt werden Ihnen schnell die zahlreichen Capoeira Schulen auffallen, welche bereits ein fester Bestandteil des Straßenbildes von Salvador da Bahia sind. Capoeira, das ist Ihnen vielleicht sogar schon aus der Heimat ein Begriff, denn die Verschmelzung von Kampf und Tanz findet mittlerweile auch in Europa mehr und mehr begeisterte Anhänger. Während der Kolonialzeit war den Sklaven jegliche Praktizierung von Kampfsportarten untersagt. Aus diesem Grund entwickelten die verschleppten Arbeiter eine Technik, um verborgenen Widerstand zu leisten. Es wirkt wie ein anmutiger Tanz mit federnden Bewegungen, doch die dynamischen Sprünge und kräftigen Tritte lassen die unterschwelligen Elemente der Kampfkunst erkennen, welche den Capoeira ausmachen. Begleitet werden die Capoeira Tänze von typischen Instrumenten und untermalenden Gesängen. Auf einem Spaziergang durch die alte Hauptstadt ist es gut möglich, dass sie Zuschauer eines vorgeführten Capoeira Tanzes auf offener Straße werden. Nehmen Sie am Besten ein paar Meter Abstand von der sich Ihnen bietenden Vorführung, denn nicht immer sind die gewagten Sprünge der Tänzer vorhersehbar. Doch nicht nur die Capoeira Tänze sind zurückzuführen auf die Einflüsse der afrikanischen Sklaverei. Auch der Candomblé, eine noch heute fest in Brasilien verankerte Religion, hat seinen Ursprung im Glauben des afrikanischen Volkes. Lernen Sie Salvador da Bahia kennen und erfahren Sie mehr über die praktizierten Bräuche und Rituale dieser am Leben erhaltenden Religion.
Das „Wahre Bahia“ auf der Feira São Joaquim
Wenn Sie Ihren kleinen Stadtspaziergang fortsetzen, lassen Sie sich auch auf keinen Fall einen Besuch auf der enormen Feira São Joaquim entgehen. Das Marktgeschehen findet zwar etwas abseits von den restlichen Attraktionen Salvadors statt, aber nicht ohne Grund wird oft behauptet, dass man auf diesem Markt das „wahre Bahia“ erlebt. Sind Sie also auf der Suche nach einer authentischen Erfahrung und haben Sie weder Scheu vor herumflatternden Hühnern, noch vor meckernden Ziegen, dann lassen Sie sich das bunte Treiben auf keinen Fall entgehen! Obst, Gemüse, Räucherstäbchen, Töpferwaren, Kleidung… Alles ist hier zu finden und sollte Ihnen die passende Schärfe auf der letzten Grillparty gefehlt haben, so besteht kein Grund zur Verzweiflung, denn auf der Feira São Joaquim werden Sie mit Sicherheit fündig. Hier bietet sich Ihnen eine gigantische Auswahl an Chilischoten jeglicher Art und in jeder sich nur vorstellbaren Form. Der Markt eignet sich zudem ausgezeichnet, um die typische Küche der Region zu testen. Das beste Acarajé Brasiliens werden Sie hier zu probieren bekommen. Die in Palmöl gebratenen Bällchen, hergestellt aus zerkleinerten Augenbohnen und Zwiebeln werden üblicherweise aufgeschnitten und gefüllt mit Tomaten, Krabben und diversen Soßen serviert. Eine Portion Acarajé wird Sie Ihren Hunger bis zum nächsten Tag vergessen lassen, aber immerhin haben Sie damit Zeit, sich mit anderen Themen zu beschäftigen: der Besichtigung der vielen historischen Gebäude zum Beispiel.
Sie sind neugierig geworden? Dann begleiten Sie uns auf eine spannende Reise in das vielseitige Salvador. Unser 3 Tage Reisebaustein Salvador Aktiv Erleben hält eine interessante Stadtbesichtigung auf dem Fahrrad und den Besuch eines sozialen Projekts für Sie bereit. Oder Sie erkunden das bunte Salvador einfach auf eigene Faust und entscheiden sich für eine Mietwagenreise von Recife bis Salvador da Bahia.
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Externe Quelle: historiasdopovonegro.wordpress.com/
