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Jericoacoara führt Gebühr für Urlauber ein

29.11.2017
Pedra Furada in Jericoacoara, Brasilien

Naturschutz und nachhaltige Entwicklung zwingen das Fischerdorf zur Gebührenerhebung

Urlauber, die auf ihrer Reise durch Brasilien auch einen Aufenthalt im idyllischen Dörfchen Jericoacoara im Nordosten des Landes planen, sollten wissen, dass dort ab sofort eine Tourismusgebühr von der Gemeindeverwaltung eingefordert wird. Die Höhe der Gebühr ist abhängig von der Aufenthaltsdauer und beträgt fünf Reais (ca. 1,30 EUR) pro Urlaubstag. Es bestehen mehrere Möglichkeiten den Gebührennachweis (Taxa de Turismo), der zum Aufenthalt in Jericoacoara berechtigt, zu erwerben:

  • In Jijoca (circa 30 Minuten vor Jericoacoara gelegen) per Barzahlung oder mit Kreditkarte
  • Am Ortseingang von Jericoacoara per Barzahlung oder mit Kreditkarte
  • Als Vorauszahlung auf der Internetpräsenz der Gemeinde per Banküberweisung oder mit Kreditkarte

Zur Vermeidung von Wartezeiten empfehlen wir Ihnen, die Tourismusgebühr über die Website der Gemeinde Jericoacoara vorab online zu zahlen. Sollten Sie sich dennoch dazu entschließen, die Tourismusabgabe vor Ort zu entrichten, sollten Sie Ihre Kreditkarte bei sich führen, beziehungsweise genügend Bargeld in brasilianischer Währung (Real) griffbereit haben. Beachten Sie auch, dass in Jericoacoara aufgrund der abgeschiedenen Lage keine Bankautomaten vorhanden sind und es daher nicht möglich ist Bargeld abzuheben. Deshalb raten wir Ihnen, sich bereits in Fortaleza oder spätestens im Ort Jijoca mit ausreichend Bargeld einzudecken. Befreit von der Tourismussteuer sind übrigens folgende Personengruppen:

  • Menschen mit Behinderungen (ärztliches Attest und Reisepass erforderlich)
  • Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren (Reisedokument oder Altersnachweis mit Passbild mitführen)
  • Personen mit einem Alter von über sechzig Jahren (Reisepass erforderlich)
  • Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Jericoacoara haben
  • Personen, die ihren gewöhnlichen Arbeitsplatz in Jericoacoara haben

Dass die Gebühr ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt eingeführt wurde ist kein Zufall, sondern hängt mit dem kleinen Regionalflughafen Aeroporto Regional Comandante Ariston Pessoa zusammen, der erst kürzlich in der näheren Umgebung des Urlaubsortes eröffnet wurde. Bis vor Kurzem war die Anreise nach Jericoacoara noch verhältnismäßig beschwerlich. So mussten Reisende in die Großstadt Fortaleza fliegen, um von dort aus eine knapp fünf Stunden lange Autofahrt auf teilweise unbefestigten Straßen anzutreten. Durch die Entstehung des neuen Flughafens, der regelmäßig von den Orten Campinas Viracopos, Recife, Belo Horizonte und Sao Paulo angeflogen wird, ist Jericoacoara nun deutlich komfortabler zu erreichen. Deshalb gehen Experten davon aus, dass die Anzahl der Besucher sich innerhalb der nächsten drei Jahre um bis zu zwanzig Prozent erhöhen wird. Dies führte zu Überlegungen, wie der kleine Ort die erwartete Erhöhung der touristischen Nachfrage bewältigen könne. Um die Infrastruktur der Gemeinde an die erhöhte Besucherzahl anzupassen und gleichzeitig weiterhin eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes zu gewährleisten, entschieden sich die Verantwortlichen für die Einführung der Tourismusabgabe.

Laut dem Dekret zur Erhebung der Gebühr sollen mindestens vierzig Prozent der generierten Einnahmen in die Infrastruktur von Jericoacoara investiert werden. Der restliche Anteil soll dazu dienen, die umliegende Landschaft und das natürliche Erbe der Gegend weiterhin zu erhalten und zu schützen. Und die Umgebung des ehemaligen Fischerdörfchens ist wirklich mehr als schützenswert. Sie besteht aus einer wüstenähnlichen Dünenlandschaft mit traumhaft schönen Süßwasserlagunen und einem herrlichen Sandstrand, der als einer der schönsten Strände der Welt gilt. Aus diesem Grunde wurde das gesamte Gebiet auch bereits vor mehreren Jahren zum Nationalpark erklärt.

Der kleine Ort selbst hat seinen ursprünglichen Charme durch nachhaltige Entwicklung beibehalten können. So gibt es bis heute keine störende Straßenbeleuchtung, die den Blick von der großen Düne in den Sternenhimmel beeinträchtigen könnte. Stattdessen wird das Dörfchen nur von den Kerzen in den kleinen Bars und von den abendlichen Lagerfeuern am Strand beleuchtet. Und die Schuhe können Sie während Ihres Brasilien Urlaub auch getrost im Koffer lassen - in Jeri trägt man barfuß. Denn im gesamten Ort gibt es noch immer keine befestigten Straßen, sondern nur Sand. Hoffentlich wird das in einigen Jahren noch genauso sein.


Quellen: jijocadejericoacoara.ce.gov.br; agenciabrasil.ebc.com.br; aerotelegraph.com

Quelle: Aventura do Brasil