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10 Besonderheiten der brasilianischen Kultur

15.04.2019
Fußballer am Strand in Brasilien

Jedes Land zeichnet sich durch besondere Traditionen und Eigenheiten aus. Brasilien und die brasilianische Kultur machen da keine Ausnahme. Wir möchten Ihnen heute 10 Besonderheiten der brasilianischen Kultur vorstellen, die Sie auf Ihrer nächsten Brasilien Reise persönlich kennenlernen können.

Religiosität

Einen großen Einfluss auf die brasilianische Kultur nahm seit Beginn der Kolonialisierung der religiöse Glaube. Brasilianer sind eines der gläubigsten Völker der Welt. Dabei sind sie Anhänger der verschiedensten Religionen. Zum einen ist Brasilien Heimat der größten katholischen Gemeinde weltweit. Daneben gibt es zahlreiche protestantische Kirchen, Zeugen Jehovas, Adventisten, Buddhisten, Muslime und afrobrasilianische Glaubensrichtungen. Vor allem in der Kolonialzeit, als christliche Siedler den afrobrasilianischen Glauben zu unterdrücken suchten, vermischten sich auch unterschiedliche religiöse Dogmen miteinander.

Wer ist Nossa Senhora Aparecida?

In Brasilien kennt jedes Kind die nationale Schutzheilige Nossa Senhora Aparecida. Um das Jahr 1717 wurde die Terrakottastatue der sogenannten „Mãe Negra“ (deutsch „Schwarze Mutter“) von Fischern aus einem Fluss geangelt. Das Gewässer galt als leergefischt, so dass die Fischer verzweifelt zur Jungfrau Maria beteten und um einen guten Fang baten. Zunächst landete die Statue in ihren Netzen, ehe sie überreiche Ausbeute an Fischen machten. Seitdem wird im ganzen Land „die Erschienene“ (portugiesisch aparecida) verehrt. Eines der prächtigsten Nationalheiligtümer in der Welt und ein wichtiges brasilianisches Kulturgut ist der Schrein der Nossa Senhora Aparecida im Bundesstaat São Paulo.

Wie kam der Fußball nach Brasilien?

Das Erste, womit viele Menschen Brasilien in Verbindung bringen, ist Fußball. Der Aufstieg zum „Land des Fußballs“ begann für Brasilien 1885. Ein junger Mann namens Charles Miller aus São Paulo lernte während seines Studiums in England das Mannschaftsspiel kennen und brachte einen Ball und die Regeln mit in seine Heimat. Zunächst war der Sport das Privileg der gutsituierten Brasilianer, ehe futebol ab 1920 zum populären Volkssport wurde.

Telenovelas

Das beliebteste Fernsehformat in Brasilien sind telenovelas, die auch im Ausland viel Anklang beim TV-Publikum finden. Die erste Eigenproduktion wurde 1951 im brasilianischen Fernsehen ausgestrahlt. Inzwischen zeigen die vier größten Kanäle des Landes täglich telenovelas, welche mehrheitlich im Land produziert werden. Durchgängig hohe Einschaltquoten bezeugen die Treue der großen Zuschauerschar und machen die telenovela zu einem brasilianischen Dauerbrenner.

Das Stadttheater von Ouro Preto

Ein großer kultureller Schatz Brasiliens ist das älteste funktionierende Theater des Landes in der Stadt Ouro Preto im Bundesstaat Minas Gerais. Es wurde 1770 erbaut und als Opernhaus in Betrieb genommen. Seitdem bietet es der reichen Theaterkultur von Minas eine Bühne. Der Gründer wählte zwei Schauspielerinnen für das erste Ensemble aus, womit er gegen damalige gesellschaftliche Normen verstieß und die Ausnahmestellung seines Bauwerks früh bestimmte.

Festivals der Brasilianischen Populärmusik

Von 1965 bis 1985 war die große Zeit der Festivals der Música Popular Brasileira, kurz MPB. Bedeutende Künstler der brasilianischen Musikwelt wie Chico Buarque, Caetano Veloso, Gilberto Gil oder Tom Jobim gelangten in diesen Jahrzehnten zu Berühmtheit. Auch während der Militärdiktatur wurden soziale Themen und Protest in der MPB aufgegriffen und einem breiten Publikum zugänglich. Schließlich von der Diktatur verboten, wirken die Festivals dennoch bis heute nach, haben sie doch der MPB zu ihrem anhaltenden Erfolg verholfen.

Archäologische Stätten in Brasilien

Noch immer ist über die ersten Völker, welche Brasilien besiedelten, wenig bekannt. Archäologische Fundstätten mit Höhlenmalereien im Nationalpark Serra da Capivara in Piauí deuten darauf hin, dass die ersten Menschen Brasilien bereits vor etwa 50.000 Jahren bevölkerten. Die ältesten menschlichen Überreste, die auf brasilianischem Boden in Minas Gerais entdeckt wurden, datieren circa 12.500 Jahre zurück. Andere archäologisch bedeutsame Orte der brasilianischen Kultur können in Pernambuco, Rio Grande do Sul, Rio Grande do Norte, Amapá und Roraima besucht werden.

Wer ist Saci Pererê?

Saci Pererê , die bekannteste Figur der brasilianischen Mythologie, ist ein „Gemeinschaftsprodukt“ von drei Schlüsselkulturen der brasilianischen Gesellschaft. Sie wurde geboren in den Legenden der indigenen Stämme des brasilianischen Südens. Aus der afrikanischen Mythologie kommt das Bild eines schwarzen Jungen, der beim Kampftanz Capoeira ein Bein verlor. Seine rote Mütze hat Saci europäischen Erzählungen zu verdanken. Saci Pererê ist der Hüter von Wissen über Heilpflanzen. Außerdem gilt er der Legende nach als Störenfried bei der Hausarbeit und auf landwirtschaftlichen Betrieben. Auch bei Reisenden sorgt er gerne für Verwirrung.

Sklavensiedlung Quilombo dos Palmares

Stellvertretend für die Unabhängigkeitsbewegung der afrobrasilianischen Sklaven steht die Siedlung Quilombo dos Palmares im heutigen Bundesstaat Alagoas. Ab 1580 flüchteten die ersten Sklaven in den Quilombo, der stetig größer wurde. Während der holländischen Kolonialherrschaft wurde er sogar in mehrere Dörfer unterteilt. Über die politische Organisation im Quilombo ist nicht viel bekannt. Man geht davon aus, dass er wie ein afrikanisches Königtum regiert wurde. Der berühmteste Anführer Zumbi wurde nach seinem Tod zum Helden der Freiheitsbewegung der Afrobrasilianer berufen.

Brasilianisches Nationalgut Cachaça

Der Zuckerrohrschnaps ist die am weitesten verbreitete hochprozentige Spirituose Brasiliens. Es gibt zwei Entstehungsgeschichten zu diesem beliebten Getränk. Brasilianer erzählen sich, dass ein Sklave einer Zuckermühle etwas Flüssigkeit, die beim Mahlen des Zuckerrohrs austrat, sammelte. Durch die Veränderung der Temperaturen verdunstete diese und schlug sich als Kondenswasser an der Decke der Zuckermühle nieder. Von dort tropfte sie herab, woher der Beiname „Pinga“ (deutsch Tropfen) stammen soll. In einer anderen Variante gelten die portugiesischen Kolonialherren, die von Arabern übernommene Destillationstechniken anwendeten, als Erfinder der Cachaça. Sicher ist, dass Cachaça sich zum wichtigen Wirtschaftsgut der Kolonie entwickelte und nach einer kurzen Zeit der Prohibition ab 1920 zum nationalen Kulturgut wurde. Der Zuckerrohrschnaps trägt heute den offiziellen Titel „historisches Kulturerbe von Rio de Janeiro.

Neben einzigartigen Ökosystemen wie Amazonas und Pantanal gibt es für Brasilien Urlauber also auch eine reiche Kultur(geschichte) zu entdecken. Nichts wie los nach Brasilien!


Quelle: www.mensagenscomamor.com

Quelle: Aventura do Brasil