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Brasilianische Feste – so feiert Brasilien

25.02.2019
Traditionell verkleidete Kinder bei einer festa junina

Feste in Brasilien: von Religion und Folklore inspiriert

Jeder Brasilien Reisende weiß um die ökologische und kulturelle Vielfalt des größten südamerikanischen Landes. Davon zeugen auch die zahlreichen brasilianischen Feste, die meist auf Religion und Folklore basieren. Während dieser Volksfeste feiert man gemeinsam und vergisst unterschiedliche soziale und ideologische Hintergründe. Dabei geht es immer fröhlich und rhythmisch zu. Gute Stimmung und gutes Essen gehören in Brasilien zum Alltag und Feiern einfach dazu.

Feiern aus religiösem Grund

Zu den religiösen brasilianischen Festen, die landesweit begangen werden, gehören die festas juninas (Junifeste), die Folia dos Reis (Gaudi der Könige), die Festa do Divino (Fest des Göttlichen) und die Cavalhadas (Ritterkämpfe).

Bei den „Junifesten“ gedenken die Brasilianer den Heiligen Antônio, João und Pedro. Erfüllt von traditionellen Tänzen, typischen Gerichten, Luftballons, Wimpelgirlanden, Lagerfeuer und ländlicher Musik besteht der ganze Monat Juni in Brasilien aus Festlichkeiten. Dazu gehört auch das Nachspielen folgender Geschichte: vor einer Zwangsheirat versucht der Bräutigam zu fliehen. Er wird gestellt, die Hochzeit findet mit vorgehaltener Waffe statt und mündet im Tanz einer Quadrille. Um den Titel der besten festa junina Brasiliens konkurrieren Caruaru in Pernambuco und Campina Grande in Paraíba.

Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar erinnert die „Gaudi der Könige“ an die Reise der Heiligen Drei Könige nach Bethlehem. Dabei ziehen Minnesänger und Musikanten durch die Straßen Brasiliens und singen von der Reise nach Bethlehem. Als Clown verkleidete Prozessionsteilnehmer sammeln unterdessen Spenden und vergeben im Austausch bunte Fahnenwimpel mit guten Wünschen. Anders gewandete Clowns spielen die Soldaten von Herodes und zitieren Verse. Am Ende wird das gesammelte Geld in eine leckere Mahlzeit und Getränke für die Marschierenden investiert.

Das „Fest des Göttlichen“ findet sieben Wochen nach Ostersonntag statt, um das Erscheinen des Heiligen Geistes vor den Aposteln zu feiern. An diesem Tag klopfen vielerorts in Brasilien Sänger an die Haustüren und bitten um Spenden. Begleitet werden sie von den Aposteln, der Jungfrau Maria, Mitgliedern des kaiserlichen Hofstaates, Kaiser und Kaiserin – natürlich nur verkleidet – und Kindern mit großen Puppen. Außerdem gibt es Musik, Tanz, Kirmes und ein typisches Essen bestehend aus Fleisch, Reis und Mandiocamehl.

Die „Ritterkämpfe“ gehen auf die Auseinandersetzungen zwischen Mauren und den siegreichen Christen in Europa zurück. Sie finden brasilienweit das ganze Jahr über in verschiedenen Versionen statt. An drei Festtagen wird der Disput nacherzählt, der schließlich in der Bekehrung der Mauren zum Christentum endet. Jesuitenmönche führten dieses brasilianische Fest ein, um den Indigenen die Macht ihrer Religion zu veranschaulichen. Die bekanntesten Cavalhadas können Sie im Bundesstaat Alagoas und in den Städten Pirenópolis/Goiás und Guarapuava/Paraná bewundern.

Der einzig wahre „Carnaval“

Auch das populärste brasilianische Fest im Februar oder März, der Carnaval, hat eine Verbindung zum Christentum. Das Ende des Karnevals leitet alljährlich die vierzigtägige Fastenzeit bis Ostern ein. Doch zuvor nehmen sich die Brasilianer ausgiebig Zeit zum Feiern und Tanzen. Neben den Einheimischen lockt der Karneval jedes Jahr unzählige Touristen aus der ganzen Welt nach Brasilien, die vor allem die große Party in Rio de Janeiro miterleben möchten. Dem närrischen Treiben, das ursprünglich aus Europa stammt, haben die Brasilianer ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Der brasilianische Carnaval zeichnet sich durch seine afrobrasilianischen Einflüsse aus. Das beste Beispiel hierfür sind die Samba-Umzüge, das Highlight des Karnevals in Rio und São Paulo. Die afrobrasilianisch angehauchten Straßenumzüge in Recife und Salvador da Bahia sind unter den karnevalesken brasilianischen Feiern ebenfalls hervorzuheben.

Neujahr mit Pauken und Trompeten

Eine ganz große Sause ist der Reveillon brasileiro (Silvester). Die Menschen versammeln sich zu Tausenden und verfolgen öffentliche Events mit viel Musik und kunstvoll arrangierten Feuerwerks-Shows am Himmel. Viele Brasilianer huldigen Iemanjá, der „Königin des Meers“ in der afrobrasilianischen Religion candomblé. Vor allem entlang der Küste schickt man kleine Opferkörbe auf das offene Meer und bittet um Glück und Erfolg im neuen Jahr. Besonders üppige brasilianische Silvesterfeste finden Sie in Salvador da Bahia, auf der Avenida Paulista in São Paulo, am Copacabana Strand in Rio de Janeiro und in Florianópolis.

„Bumba-meu-Boi“: ein Fest aus der Folklore

Haben Sie schon einmal vom „Fest des Ochsen“ gehört? Wahrscheinlich nicht, denn es entstammt einer brasilianischen Legende. Diese erzählt von einem dunkelhäutigen Sklaven-Ehepaar. Auf Wunsch der schwangeren Ehefrau, die Appetit auf Rinderzunge hat, tötet der Mann den Lieblingsochsen seines Dienstherren. Um seiner schweren Strafe zu entgehen, muss er fliehen. Es gelingt dem Mann jedoch, den toten Ochsen mit Hilfe eines Pagen wiederzubeleben. Dem Tier zu Ehren beginnen nun ausschweifende Feierlichkeiten.
Heute stehen die Namen „Festa do Boi Bumbá“ (Fest des Ochsen Bumbá) oder „Bumba-meu-Boi“ (Bumba, mein Ochse) für aufwändige und sehr beliebte Volksfeste Ende Juni in der Gemeinde Parintins/Amazonas und im Bundesstaat Maranhão. Beim Festival Folclórico de Parintins wird in der Arena Bumbódromo jedes Jahr am letzten Juniwochenende ein Wettkampf zwischen den Ochsen Caprichoso (Launisch) und Garantido (Todsicher) ausgetragen, dem bis zu 35.000 Zuschauer beiwohnen. Das Rind, welches nach drei Tagen Wettbewerb die meisten Punkte für sich verbuchen kann, wird zum Sieger erklärt.

Mehr als nur feiern

Jedes Land und seine Einwohner drücken sich durch Musik, Literatur, Legenden, Religionen und Tänze aus. Die brasilianischen Feste haben alle diese Einflüsse aufgenommen. So bewahren und feiern sie das kulturelle Erbe Brasiliens und schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Brasilianische Feste bringen Menschen unterschiedlichen Alters, aller Hautfarben, Religionen und sozialen Klassen zusammen, indem sie an die gemeinsamen Wurzeln erinnern.

Eines ist sicher, eine brasilianische Party wird stets ausgelassen, mit Musik und jeder Menge gutem Essen und Trinken gefeiert. Machen Sie Ihren nächsten Brasilien Urlaub mit Aventura do Brasil doch zu einer einzigen großen Feier!

Quelle: www.portalsaofrancisco.com.br

Quelle: Aventura do Brasil