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Brasilianische Musik – Tradition und Moderne vereint

18.02.2019
Trommler auf der Straße im Pelourinho in Salvador

Berührende Musik aus Brasilien

Brasilianische Musik übt eine große Faszination aus, nicht nur während einer Brasilien Reise. Sie ist rhythmisch, lebendig, gefühlvoll und umfasst viel mehr als nur Samba Musik und Bossa Nova. Wir möchten dem Geheimnis und der Magie brasilianischer Lieder mit Ihnen auf den Grund gehen. Warum sind sie so besonders und wandern von den Ohren direkt ins Herz und in die Füße?

Vielseitigkeit ist das Hauptmerkmal

Zunächst einmal ist die brasilianische Musik sehr vielseitig, da verschiedene Kulturen in sie eingeflossen sind. Musikstile und Instrumente von Siedlern aus Portugal, Sklaven aus Afrika und Indigenen trafen aufeinander. Daraus entstand eine kreative und mitreißende Mischung, die unterschiedlichste Traditionen vereint und sich in den modernen brasilianischen Stilrichtungen niederschlägt.
Portugiesische Kolonisten brachten Instrumente aus der Folkloremusik mit nach Brasilien. Darunter Gitarre, Mandoline, Flöte, Akkordeon, cavaquinho (Kleingitarre), Handtrommel und pandeiro (Schellentamborin). Letztere werden in der Samba gespielt und sind insgesamt ein wichtiger Teil der afrobrasilianischen Musik.
In der brasilianischen Musik gebräuchliche Instrumente afrikanischen Ursprungs sind berimbau (Klangbogen), atabaque und andere Handtrommeln, Reibetrommel (cuíca), Schüttelinstrumente und agogô (Doppelglocke).
Die indigenen Völker steuerten maracás (Rasseln) und ähnliche Schüttelinstrumente bei.

Zu den bunten Wurzeln der Musik aus Brasilien kommen regionale Unterschiede, auf Grund der immensen Größe des Landes. Die so genannte Populärmusik MPB (música popular brasileira) eint fast alle brasilianischen Musikstile, außer der Klassik. Am bekanntesten sind Samba, Bossa Nova, Samba-Reggae, Musik aus dem Nordosten Brasiliens und die Lieder der afrobrasilianischen Religionen (candomblé).

Regionale brasilianische Musikstile

Ein etwas genauerer Blick auf die regionalen Musikstile lohnt sich. Musikalische Zentren sind die beiden Großstädte São Paulo und Rio de Janeiro. Sie ziehen brasilianische Künstler an und setzen gleichzeitig Trends für das ganze Land. Hier ist die Samba Musik Zuhause. Im Karneval wird samba-enredo gespielt, die Samba mit Handlung.
Der Bundesstaat Bahia weist den höchsten Anteil afrikanischen Erbes innerhalb Brasiliens auf, ist geprägt vom candomblé und hat Musikgrößen wie João Gilberto und Gilberto Gil hervorgebracht. Die Hauptstadt Salvador ist der kreative Motor brasilianischer Musik und Heimat des ausgelassensten Straßenkarnevals, der mit Samba-Reggae gefeiert wird.
Die música nordestina umfasst den Musikgeschmack des gesamten Nordostens. Speziell in Pernambuco liefern frevo (Blasmusik) und maracatú die Begleitmusik zum Karneval. Letzterer stellt eine afrikanische Krönungszeremonie dar und Schüttelinstrumente sowie Glocken kommen zum Einsatz.
Im Amazonasgebiet sind karibische Rhythmen beliebt, die sich im mit Trommeln, Gitarren und Flöten vertonten carimbó zeigen. Daraus ging der international bekannte Lambada hervor.
Die Musik des brasilianischen Landesinneren ist sertanejo, US-amerikanischer Countrymusik nicht unähnlich. Mit seinen Anhängern, den Viehhirten und Rindertreibern, wanderte der sertanejo und erreichte landesweit Beliebtheit.
In Rio Grande do Sul wohnt die música gaúcha. Charakteristisch ist vor allem der Einsatz des Akkordeons, welcher die Einflüsse der europäischen Einwanderer in diesem Bundesstaat widerspiegelt.
Minas Gerais hat wegen der barocken Goldgräbervergangenheit eine Geschichte der Kirchen- und Kunstmusik. Hier entwickelte sich auch der Volkstanz calango.

Die Populärmusik MPB

Jetzt schauen wir noch einmal auf die allumfassende música popular brasileira. Fast alles, was in Brasilien an Musik Gehör findet, gehört zur MPB, von traditioneller Folklore bis hin zu moderner Popmusik. Der Begriff stammt aus den 1960er Jahren und beinhaltet die landesweit anerkannten regionalen Musikstile. Auch internationale Einflüsse aus Blues, Jazz, Reggae, Rock und Pop mischen mit. Die MPB wird von Brasilianern jeglicher Altersschichten geliebt und alte Bestseller werden häufig neu interpretiert. Liedtexte genießen einen hohen Stellenwert in der populären brasilianischen Musik. Wahrscheinlich jedem brasilianischen Kind sind die Namen der Textschreiber Chico Buarque und Caetano Veloso geläufig.

Brasilianische Musikgeschichte

Der erste überregional erfolgreiche Musikstil Brasiliens war um 1870 der choro aus Rio de Janeiro, eine Mischung aus europäischer Tanzmusik und afrobrasilianischer Musik mit sambatypischen Melodien.
Daraus entwickelte sich in den 1920er Jahren die Samba in den Vorstädten Rios. In die Samba Musik flossen auch batuques ein, Tänze nach afrobrasilianischen Vorbildern. Einer dieser Tänze nennt sich „semba“, woraus vermutlich Samba wurde. Neu gegründete Sambaschulen repräsentierten die armen Bevölkerungsschichten, während eine langsamere Samba mit intellektuellen Texten in bürgerliche Häuser Einzug hielt. In den 1930er Jahren half das Radio die Samba weiter zu verbreiten. Der weltberühmte Song „Aquarela do Brasil“ („Farbbild/Aquarell von Brasilien“) von Ary Barroso entstand 1939 im Rahmen dieser Erfolgswelle.
Besonders in Rio, São Paulo und Recife, den städtischen Zentren der Samba Musik, kommen immer neue Instrumente zum Einsatz und es wird mit dem Gesang experimentiert, so dass die traditionelle Samba stets modernisiert wurde und wird.
Elemente des Bolero erweiterten die Samba hin zur Bossa Nova, einem Musikstil, den die städtische Mittelschicht in den 1950er Jahren prägte. João Gilberto ist ein bekannter Vertreter der Bossa Nova, ebenso wie die Komponisten Vinícius de Moraes und Tom Jobim, die für den Welthit „Garota de Ipanema“ („Mädchen von Ipanema“) verantwortlich zeichnen. Der Film „Orfeu Negro“ („Schwarzer Orpheus“) war eine aktualisierte Version der klassischen Oper und erhielt 1959 einen Oscar. Der endgültige Durchbruch für die Bossa Nova Musik, welche den Film unterlegt.
Im Jahr 1968 kam kurz ein Musikstil namens tropicália auf, eine politische Stellungnahme in Musikform gegen die Militärdiktatur in Brasilien. Bewusst nahmen Interpreten wie Caetano Veloso in seinem Erfolgslied „Alegria, alegria“ („Freude, Freude“) aus Protest alle musikalischen Einflüsse aus dem Ausland auf, ehe sie politisch verfolgt und verhaftet wurden. Das abrupte Ende der tropicália.
Seit den frühen 1990er Jahren ist axé der wichtigste Musikstil aus Salvador da Bahia. Er ähnelt dem Samba-Reggae, zeichnet sich aber durch den Einsatz von Synthesizern aus. Interpreten wie Ivete Sangalo und Olodum sind Berühmtheiten innerhalb von Brasilien.
Ebenfalls in diesem Zeitraum begannen Funk, Rap und HipHop in die brasilianische Populärmusik Einzug zu halten. Auch Rock, eine DJ-Kultur und elektronische Musik finden sich im kunterbunten Musiktopf Brasiliens, der alle Geschmäcker trifft. In den 1970er und 80er Jahren wurde MPB sogar in den Kirchen gespielt.

Genauso vielseitig und bunt wie das Land ist auch die Musik. Eine Mischung aus Tradition und Moderne, die die Geschichte Brasiliens erzählt. Möchten Sie einmal persönlich zuhören und sich einfühlen in die brasilianische Musikwelt? Gerne organisieren wir einen musikalischen Brasilien Urlaub nach Ihrem Geschmack!

Quelle: www.wikipedia.org

Quelle: Aventura do Brasil