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Impfungen für Brasilien und Reisemedizinische Informationen

Aktuelle Meldungen:

Chikungunya: Es werden regelmäßig landesweit Fälle gemeldet. Im Jahr 2019 gab es 123.407 Erkrankungen, die meisten davon in Rio de Janeiro. Mückenschutz für überwiegend tagaktive Mücken beachten, die auch Dengue und Zika übertragen.
Dengue: Im gesamten Land besteht ein Dengue-Risiko und die Zahl der Erkrankungen nimmt zu. Im Jahr 2019 gab es etwa 1,5 Millionen Erkrankungen und 683 Todesfälle. Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias und Sao Paulo. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Zika-Virus: Ende April 2015 wurden im Bundesstaat Bahia (O) erstmals Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt, es waren gleichzeitig die ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seit dem Spitzenjahr 2015 gehen die Erkrankungen stark zurück. 2019 gab es nur 10.400 Fälle, die meisten davon in Rio de Janeiro. Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass das Virus bereits zwischen Mai und Ende Dezember 2013 nach Südamerika eingeschleppt wurde. Besonders im Nordosten des Landes werden seit 2015 vermehrt Kinder mit Fehlbildungen des Gehirns (sog. Mikrozephalie) geboren. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Virusinfektion bei Neugeborenen infizierter Mütter diese Fehlbildungen verursachen kann. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz vor überwiegend tagaktiven Mücken achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.
Gelbfieber: Seit 2016 steigen die Fallzahlen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind im Februar und März 3 Deutsche nach ihrem Aufenthalt auf der bei Touristen beliebten Insel Ilha Grande erkrankt, einer von ihnen ist verstorben. Auch weitere internationale Touristen (u.a. aus den Niederlanden, Chile, Argentinien, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, der Schweiz und der Tschechischen Republik) sind erkrankt, keiner von ihnen war geimpft. Die Behörden haben die Bevölkerung zur Impfung aufgefordert. Zuvor waren in der Region zahlreiche Affen an der Infektion verendet. Zwischen Dezember 2016 und August 2017 wurde der größte Gelbfieberausbruch der letzten 30 Jahre verzeichnet. Am stärksten betroffen war der Südosten des Landes. Derzeit wird aber für alle Reisenden eine Impfung empfohlen. Aktuell werden Fälle aus den Bundesstaaten Sao Paulo, Parana und Santa Catarina gemeldet. Bis Mitte des Jahres 2019 waren 82 Personen erkrankt und 14 sind verstorben.
Tollwut: Neben Hunden, Katzen und Fledermäusen sind in Brasilien auch Affen (Krallenaffen), die häufig als Haustiere gehalten werden, Überträger der Infektion. Eine Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt sollte rechtzeitig vor der Reise erfolgen. Im Jahr 2019 wurde nur 1 Fall bekannt.
Masern: Seit der unkontrollierten Einwanderung von venezolanischen Flüchtlingen werden in ganz Brasilien immer häufiger Fälle von Masernerkrankungen gemeldet, die bereits als ausgerottet galten. Im Jahr 2019 waren es beinahe 4.500 Erkrankungen und 4 Todesfälle. Der Großteil jeweils in Sao Paulo. Impfschutz ist empfohlen.

Einreise-Impfvorschriften:

Für die Einreise mit Direktflug aus Europa besteht zurzeit keine Impfpflicht. Neben den im Impfkalender in Deutschland empfohlenen Impfungen wie Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung, Masern, Röteln und Mumps können für Ihre Reise jedoch weitere Impfungen sinnvoll sein.

Bei Einreise aus Infektionsgebieten wird die Gelbfieber-Impfung häufig kontrolliert. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur, Landgrenzen. Seit 2015 werden auch vermehrt Kontrollen von internationalen Flughäfen (z.B. Sao Paulo) berichtet. Auf der Seite der International Association for Medical Assistance for Travellers werden die Länder aufgeführt, in denen es aktuell Gelbfieber-Infektionsgebiete gibt. Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in Angola oder der Demokratischen Republik Kongo (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
       
Gemäß den geänderten International Health Regulations der WHO (am 11. Juli 2016 in Kraft getreten) ist die Gelbfieber-Impfbescheinigung nach einmaliger Impfung lebenslang gültig. In Brasilien werden 2 Gelbfieber-Impfungen im Abstand von mindestens 10 Jahren verlangt, um einen lebenslangen Schutz bescheinigt zu bekommen.

Empfohlener Impfschutz

Allgemein zu empfehlenden Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen. Dazu gehören die im Impfkalender in Deutschland empfohlenen Impfungen wie Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung, Masern, Röteln und Mumps.

Weitere Impfungen wie u.a. Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut oder eine Malariaprophylaxe können für Ihre Reise sinnvoll sein. Auch eine Gelbfieberimpfung mindestens 10 Tage vor der Einreise nach Brasilien ist empfehlenswert. Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande gilt daher zu erwägen, welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind:

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)

Wichtiger Hinweis

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen.

Malaria

Risiko: ganzjährig
Die Malaria ist in Brasilien weitgehend auf die neun Staaten der Amazonasregion beschränkt. Das Übertragungsrisiko ist regional unterschiedlich, am höchsten ist es in den dortigen Flusstälern, im Regenwald sowie in den Bergbau-, Holzabbau- und neueren Siedlungsgebieten unterhalb von 900 Metern während und nach der Regenzeit. Im einzelnen ist mit einem abgestuften Risiko in folgenden Staaten zurechnen:
* hohes Risiko (jährliche Inzidenzen durchschnittlich > 50 auf 1000) in Rondonia, Roraima, Amazonas, Amapá und Acre;
* mittleres Risiko (jährliche Inzidenzen durchschnittlich 10 - 49 auf 1000) in Pará (besonders im S) und Mato Grosso (besonders im N);
* geringes (herdförmiges)(jährliche Inzidenzen durchschnittlich < 10 auf 1000) in Tocantins und Maranhao, vor allem in den westlichen Teilen beider Staaten;
* In den Städten der Amazonasregion (z.B. Boa Vista, Cruzeiro do Sul, Macapá, Manaus, Maraba, Porto Velho, Rio Branco, Santarem) ist in den Außenbezirken mit einem dem jeweiligen Staat entsprechenden Risiko zu rechnen, in den eigentlichen Stadtgebieten ist das Risiko gering;
* Außerhalb der Amazonasregion besteht lediglich in den angrenzenden ländlichen Gebieten herdförmig ein sehr geringes Risiko, das nach Osten ausläuft;
* als malariafrei gelten die Staaten an der Ostküste sowie der Distrito Federal mit der Hauptstadt Brasilia.
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
* In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit Air condition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte).
* Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
* Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
* Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
* Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten).
Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle. Malariamittel sind verschreibungspflichtig.
Quelle: Centrum für Reisemedizin

Coronavirus

Vom 23. März an dürfen europäische Urlauber vorläufig nicht mehr in Brasilien einreisen. Dieses vorläufige Einreiseverbot gilt zunächst für 30 Tage.

Aktuelles / Das brasilianische Gesundheitsministerium informiert:

Tagesaktuelle Zahlen der bestätigten Coronafälle in Brasilien und weltweit finden Sie hier.

23. März
- In Brasilien sind 1.546 Fälle von Patienten mit Coronavirus bestätigt. Mit 631 entfallen die meisten auf São Paulo. Dazu kommen 186 Fälle in Rio de Janeiro, 117 Fälle im Distrito Federal, 112 Fälle in Ceará, 83 Fälle in Minas Gerais, 72 Fälle in Rio Grande do Sul, 57 Fälle in Santa Catarina, 50 Fälle in Paraná, 49 Fälle in Bahia, 37 Fälle in Pernambuco, 26 Fälle im Amazonas, 26 Fälle in Espírito Santo, 21 Fälle in Goiás, 21 Fälle in Mato Grosso do Sul, 11 Fälle in Acre, 10 Fälle in Sergipe, 9 Fälle in Rio Grande do Norte, 7 Fälle in Alagoas, 4 Fälle in Pará, 4 Fälle in Piauí, 3 Fälle in Rondonia, 2 Fälle in Mato Grosso, 2 Fälle in Maranhão, 2 Fälle in Roraima, 2 Fälle in Tocantins, 1 Fall in Amapá und 1 Fall in Parnaíba.
- In São Paulo sind 22 Patienten verstorben. Alle waren über 60 Jahre alt und/oder litten an Vorerkrankungen. Gleiches gilt für 3 Verstorbene in Rio.

19. März
- In Brasilien sind 534 Fälle von Patienten mit Coronavirus bestätigt. Mit 240 entfallen die meisten auf São Paulo. Dazu kommen 65 Fälle in Rio de Janeiro, 36 Fälle im Distrito Federal, 28 Fälle in Rio Grande do Sul, 27 Fälle in Bahia, 22 Fälle in Pernambuco, 20 Fälle in Ceará, 19 Fälle in Minas Gerais, 14 Fälle in Paraná, 14 Fälle in Santa Catarina, 12 Fälle in Goiás, 11 Fälle in Espírito Santo, 7 Fälle in Mato Grosso do Sul, 6 Fälle in Sergipe, 4 Fälle in Alagoas, 3 Fälle in Acre, 2 Fälle im Amazonas, 1 Fall in Pará, 1 Fall in Parnaíba, 1 Fall in Rio Grande do Norte und 1 Fall in Tocantins. Fast alle Patienten befinden sich in einem stabilen Zustand und sind häuslich isoliert. 18 Patienten werden im Krankenhaus behandelt.
- In São Paulo sind 4 Patienten verstorben. Alle waren über 60 Jahre alt und litten an Vorerkrankungen. Gleiches gilt für 2 Verstorbene in Rio.
- Insgesamt 11.278 Verdachtsfälle werden in Brasilien zur Zeit untersucht. 1.841 Verdachtsfälle konnten mittlerweile ausgeschlossen werden.

5. März
- In Brasilien gibt es aktuell vier bestätigte Fälle von Patienten mit Coronavirus in São Paulo. Am 26. Februar wurde die Infektion eines 61-jährigen Unternehmers gemeldet. Am 2. März wurde die Erkrankung eines 32-jährigen Mannes festgestellt. Am 4. März wurde ein 46-jähriger Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Alle drei Patienten befinden sich in einem guten Zustand und in häuslicher Quarantäne. Zuvor hatten sich alle drei in Italien aufgehalten. Heute wurde auch der Fall eines 13-jährigen Mädchens, ebenfalls in São Paulo, bestätigt. Die Jugendliche ist symptomfrei, ließ sich aber testen, da sie gerade aus einem Risikogebiet in Italien zurückkehrte und sich dort wegen einer Verletzung im Krankenhaus behandeln lassen musste.
- Insgesamt 531 Verdachtsfälle werden in Brasilien aktuell untersucht. Die meisten davon in den Bundesstaaten São Paulo, Rio Grande do Sul und Minas Gerais. Unabhängig davon konnten 315 Verdachtsfälle mittlerweile ausgeschlossen werden. Eine Ansteckung innerhalb Brasiliens ist bislang nicht bekannt.

Sich und andere vor einer Ansteckung schützen / Tipps von WHO & Gesundheitsministerium

Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten Husten-Etikette beachten, die auch beim Niesen gilt:
• Halten Sie beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg.
• Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60°C gewaschen werden.
• Und immer gilt: Nach dem Nase putzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
• Ist kein Taschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich dabei ebenfalls von anderen Personen abwenden.

Gründliches Händewaschen gelingt in 5 Schritten:
• Halten Sie die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Die Temperatur können Sie so wählen, dass sie angenehm ist.
• Seifen Sie dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denken Sie auch an die Fingernägel. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen.
• Reiben Sie die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
• Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder Ihren Ellenbogen.
• Trocknen Sie anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zuhause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.