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Impfungen für Brasilien und Reisemedizinische Informationen

Aktuelle Meldungen:

Chikungunya: Die Gesundheitsbehörden haben Mitte 2014 die ersten lokal erworbenen Infektionen gemeldet. Seitdem hat sich die Infektion landesweit ausgebreitet. Im letzten Jahr wurden ca. 265.550 Verdachtsfälle registriert, ca. 146.910 wurden bestätigt. 159 Menschen sind verstorben. In diesem Jahr wurden bisher ca. 131.750 Verdachtsfälle verzeichnet und 104.298 Erkrankungen bestätigt. 75 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen ist der Nordosten des Landes. Mückenschutz beachten.
Dengue: Im gesamten Land besteht ein hohes Risiko für Dengue. Am stärksten betroffen sind derzeit die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias und Ceara. In diesem Jahr wurden bisher ca. 192.125 Erkrankungen und 57 Todesfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden ca. 1.496.300 Infektionen und 630 Todesfälle registriert. Am stärksten betroffen waren die Bundesstaaten Minas Gerais und Sao Paulo. 2015 wurden ca. 1.649.000 Erkrankungen registriert, mindestens 863 Menschen sind verstorben. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Gelbfieber: Nach einer Pause von etwa 2 Monaten wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro Mitte August 3 Infektionen gemeldet, ein Mensch ist verstorben. Anfang Januar hatte der größte Gelbfieberausbruch der letzten 30 Jahre begonnen. Seitdem haben die Gesundheitsbehörden ca. 3.240 Verdachtsfälle und 435 Todesfälle in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo (SO), Rio de Janeiro (SO), Bahia (NO), Maranhao (NO), Sao Paulo (SO), Tocantins (Z), Rondonia (NW), Para (N), Amapa (N), Mato Grosso do Sul (SW), Rio Grande do Sul (S), Santa Catarina (S), Parana (S), Goias (Z) und im Distrito Federal gemeldet. 792 Infektionen wurden bestätigt. Einzelne Verdachtsfälle wurden in den Bundesstaaten Goias (Z) und Mato Grosso do Sul (W) verzeichnet. Die Behörden haben in den betroffenen Gebieten Impfkampagnen gestartet. Seit Juli wird eine Impfung auch für Rio de Janeiro empfohlen. Derzeit wird für alle Reisenden eine Impfung empfohlen.
Zika-Virus: Ende April 2015 wurden im Bundesstaat Bahia (O) erstmals Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt, es waren gleichzeitig die ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seitdem sind etwa eine Million Menschen erkrankt, 11 Todesfälle wurden bestätigt. In diesem Jahr wurden bisher 13.353 Erkrankungen gemeldet. Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass das Virus bereits zwischen Mai und Ende Dezember 2013 nach Südamerika eingeschleppt wurde. Besonders im Nordosten des Landes werden seit 2015 vermehrt Kinder mit Fehlbildungen des Gehirns (sog. Mikrozephalie) geboren. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Virusinfektion bei Neugeborenen infizierter Mütter diese Fehlbildungen verursachen kann. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.

Einreise-Impfvorschriften:

Für die Einreise mit Direktflug aus Europa besteht zurzeit keine Impfpflicht. Neben den in Deutschland empfohlenen Impfungen können für Ihre Reise jedoch weitere Impfungen sinnvoll sein.

Bei Einreise aus Infektionsgebieten wird die Gelbfieber-Impfung häufig kontrolliert. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur, Landgrenzen. Seit 2015 werden auch vermehrt Kontrollen von internationalen Flughäfen (z.B. Sao Paulo) berichtet. Auf der Seite der International Association for Medical Assistance for Travellers werden die Länder aufgeführt, in denen es aktuell Gelbfieber-Infektionsgebiete gibt. Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
       
Formale Gültigkeit der Gelbfieber-Impfbescheinigung (lt. WHO 2016): keine Angabe, bis auf weiteres ist von einer Gültigkeit von 10 Jahren auszugehen.

Empfohlener Impfschutz

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:

 
Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung  1 Reisebedingung  2 Reisebedingung  3
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(b) in endemische Gebiete. Dazu gehören folgende Bundesstaaten mit ihrem gesamten Territorium: Acre, Amapá, Amazonas, Goiás, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Pará, Rondonia, Roraima, Tocantins, Minas Gerais, Distrito Federal; Bundesstaaten mit bestimmten Teilen ihres Territoriums: Piaui, Bahia, Sao Paulo (nicht Stadt Sao Paulo), Paraná (mit dem Iguazú NP), Santa Catarina, Rio Grande do Sul.
(c) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(d) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(e) Schutz gegen Reisediarrrhoe (ETEC).
(g) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)

Wichtiger Hinweis

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen.

Malaria

Risiko: ganzjährig
Die Malaria ist in Brasilien weitgehend auf die neun Staaten der Amazonasregion beschränkt. Das Übertragungsrisiko ist regional unterschiedlich, am höchsten ist es in den dortigen Flußtälern, im Regenwald sowie in den Bergbau- Holzabbau- und neueren Siedlungsgebieten unterhalb 900 m während und nach der Regenzeit. Im einzelnen ist mit einem abgestuften Risiko in folgenden Staaten zurechnen:
* hohes Risiko (jährliche Inzidenzen durchschnittlich > 50 auf 1000) in Rondonia, Roraima, Amazonas, Amapá und Acre;
* mittleres Risiko (jährliche Inzidenzen durchschnittlich 10 - 49 auf 1000) in Pará (besonders im S) und Mato Grosso (besonders im N);
* geringes (herdförmiges)(jährliche Inzidenzen durchschnittlich < 10 auf 1000) in Tocantins und Maranhao, vor allem in den westlichen Teilen beider Staaten.;
* In den Städten der Amazonasregion (z.B. Boa Vista, Cruzeiro do Sul, Macapá, Manaus, Maraba, Porto Velho, Rio Branco, Santarem) ist in den Außenbezirken mit einem dem jeweiligen Staat entsprechenden Risiko zu rechnen, in den eigentlichen Stadtgebieten ist das Risiko gering.;
* Außerhalb der Amazonasregion besteht lediglich in den angrenzenden ländlichen Gebieten herdförmig ein sehr geringes Risiko, das nach Osten ausläuft;
* als malariafrei gelten die Staaten an der Ostküste sowie der Distrito Federal mit der Hauptstadt Brasilia.
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
* In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
* Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
* Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
* Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
* Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle. Malariamittel sind verschreibungspflichtig.
Quelle: Centrum für Reisemedizin