Sehenswürdigkeiten in Rio de Janeiro

Das "Teatro Municipal" (Nationaltheater)

Ist wohl das eindrucksvollste Gebäude am Platz - hier sind Oper und Orchester der Stadt Rio de Janeiro beheimatet. 1905 - 1909 errichtet, wurde seine architektur durch die Pariser Oper inspiriert. Marmor-arkaden, Details in Bronze und importierte Vitreaus aus Europa schmücken das stilvolle Gebäude - der Bühnenvorhang wurde von dem Italiener Eliseu Visconti bemalt und portraitiert 75 berühmte Persönlichkeiten aus der Kunstszene, wie zum Beispiel carlos Gomes, Richard Wagner und Rembrandt. Das Restaurant im Untergeschoss ist täglich geöffnet und hat ebenfalls ein sehenswertes Interieur. an aufführungstagen nur begrenzter Besuch möglich.

Der "Corcovado"

Der 710 Meter hoher Berg mit der christus-Statue, steht als eines von Rios Wahrzeichen, eigentlich immer auf dem Programm vieler Besucher. Von den Stadtteilen "catete" oder "Flamengo" kann man seine Bahnstation relativ einfach erreichen, indem man am "Lago do Machado" in einen Bus steigt, der in Richtung "cosme Velho" fährt - dieser Bus hält schräg gegenüber der Talstation der Corcovado-Bahn. 

Nicht nur der unvergleichliche Rundblick von oben auf die Stadt, ist der Mühe wert - auch die auffahrt bringt eindrucksvolle Erlebnisse. Die nach einem Schweizer Vorbild konstruierte Zahnradbahn, "Estrada de Ferro do Corcovado", eingeweiht von Dom Pedro II. im Jahr 1884, bringt den Besucher, in einer 30 Minuten währenden, steilen Kletterpartie durch einen sehenswerten Bergurwald, zum Fuss der 38 Meter hohen christus-Statue. allerdings sind noch 220 Stufen zu überwinden - dann endlich hat man ihn, den unbeschreiblichen Panorama-Rundblick, den der 1145 Tonnen schwere christus nun schon seit mehr als 70 Jahren geniesst. Der Blick von hier oben, auf Rios einzelne Stadtteile, auf den Zuckerhut und die Guanabara-Bucht, aufs Meer und die Inseln - ist tatsächlich unbeschreiblich! 

Seit anfang diesen Jahres, dem 20. Januar 2003, müssen die Touristen aus aller Welt nicht mehr die 220 Stufen zu Fuss zum christus hochklettern - eine Kombination von Panorama-aufzügen und Rolltreppen nimmt ihnen jetzt diese anstrengung ab. Besonders für Personen fortgeschrittenen alters und Behinderte ein Segen - junge kräftige Besucher werden natürlich nach wie vor die Treppen benutzen, von denen man auf jeder Stufe die besten ausblicke auf die Stadt und die Landschaft ringsherum geniesst! 

Die Corcovado-Bahn funktioniert täglich zwischen 8:30 und 18:30, in Intervallen von 20 Minuten. Sie hat eine Kapazität für 124 sitzende Passagiere. Die auf- wie abfahrt dauert 20 Minuten - wie lange der Besucher auf dem Berg bleiben will, kann er selbst entscheiden. Die Fahrkarte kostet, hin und zurück, zwischen 8.00 und 9.00 USD. Kinder bis zu 5 Jahren haben freien Zugang - bis zu 12 Jahren den halben Preis. (Siehe auch unseren Text "Der christus auf dem Corcovado").

Noch ein Tipp: Besuchen Sie den Corcovado vorzugsweise morgens, an einem wolkenlosen Vormittag, um die aussicht geniessen zu können!

Der "Pao de Acucar" (Zuckerhut)

Rios ältestes Wahrzeichen und ein Geschenk Gottes an die Postkartenindustrie, ist ein massiver Granitquader neben der Einfahrt zur Guanabara-Bucht - 396 Meter hoch. Ohne die Strände von Botafogo, Flamengo und copacabana aus seiner Vogelperspektive betrachtet zu haben - besonders, wenn im Sonnenuntergang die Stadt alle Register ihres charmes unter dem Zuckerhut ausbreitet -  verlässt kaum ein Tourist unsere Stadt: Die auffahrt erfolgt in zwei Etappen - 528 Meter, von der Talstation "Praia Vermelha" auf den Gipfel des niedrigeren "Urca-Bergs" (220 m hoch) - und anschliessend noch einmal 750 Meter auf den "Pao de acucar". 

Die aussicht hinunter zur Stadt, und über das Meer bis zur Verschmelzung mit dem Horizont, überwältigt und macht sprachlos! Eine ganze Weile steht man nur da und schaut - der Blick gleitet über die 400 Quadratmeter des stillen Blaus der Guanabara-Bucht, hin zu den anbrandenden Wellen des atlantik an ihrer Einfahrt, die viele grüne Inselchen umspülen. Lässt man den Blick entlang der tiefblauen, gezackten Silhouette der bis zu 1.000 Meter hohen Serra do Mar - in deren Täler sich die hellen Blöcke scharfkantiger Hochhäuser aus Beton und Glas aneinanderdrängen - nach links gleiten, schwebt er über die 14 Kilometer lange Brücke, von Niterói zurück zur Stadtperipherie - dem Yachthafen des Stadtteils "Glória", dem Flamengo-Park und -strand, der Botafogo-Bucht und, hinter einem Berg, dem hufeisenförmigen Strand von copacabana.

Eine 360-Grad-Wanderung, die einmal mehr, die aussergewöhnlich schöne Lage dieser Stadt beweist. Überall drängt sich das Grün der Natur in den Blick - in New York oder Paris ist dagegen von der Natur keine Spur mehr zu entdecken. Schon der Pater José de anchieta hatte diese Bucht als "die anmutigste und erfreulichste von Brasilien" bezeichnet.   

Seinen Namen bekam der Zuckerhut von den Portugiesen selbst, in deren antiken "Engenhos" - den Zuckerverarbeitungs-Fabriken - der ausgepresste Zuckerrohrsaft gekocht und anschliessend in konische Tonformen gegossen wurde, um zu erkalten und hart zu werden. Diese harten Zuckerhüte wurden dann verpackt und nach Europa exportiert. Der Vergleich des konisch zugespitzten Granitquaders mit der Zuckerhut-Form lag also auf der Hand. 

Die italienische Seilbahn kann pro Kabine 75 Passagiere transportieren und hat eine durchschnittliche Stundenkapazität von 1.360 Personen. Die Seilbahn wird von Elektromotoren angetrieben, die für den Fall eines Stromausfalls mit starken Generatoren ausgerüstet sind. Die Dauer der Fahrt pro Teilstrecke liegt bei 3 Minuten. Zwischen 1. april und 14. Juni 2002 war der Zuckerhut für den Besuch geschlossen: die acht Führungskabel der Seilbahn mussten nach 30 Jahren gewechselt werden (internationale Wartungsvorschrift). Die administration hat diese Unterbrechung auch dazu benutzt, eine Reihe von Verbesserungen für die Besucher zu installieren. 

Der Besuch des "Pao de acucar" kann täglich, zwischen 8:00 und 22:00 erfolgen. Die Seilbahnen fahren in 30 Minuten-abständen, oder immer dann, wenn eine Kabine für 75 Personen voll ist. Der Preis für auf- und abfahrt liegt zwischen 8 und 9 USD - Kinder bis zu 5 Jahren haben freien Zugang - bis zu 12 Jahren den halben Preis. 

 

Der "Botanische Garten"

auf 140 Hektar Terrain, mit über 7.000 Pflanzenarten, ist das brasilianische Zentrum für Studien des atlantischen Urwalds und ein Erlebnis besonderer Güte. Man kann ihn von Ipanema aus, über die erwähnte "Rodrigo de Freitas-Lagune" leicht erreichen. 1808 bereits vom portugiesischen König Dom Joao IV. angelegt, wurde er 1922 erstmals seiner heutigen Bestimmung und der Öffentlichkeit übergeben. Seine zentralen avenidas mit 30 Meter hohen und über 200 Jahre alten Königspalmen, der Victória Régia-See,  ein ausschnitt aus der amazonas-Region, sein Herbarium und aquarium, das Orchidarium, die 8.200 Pflanzenarten aus aller Welt, die 140 verschiedenen Vogelarten, die sich hier niedergelassen haben - unter ihnen 20 Kolibri-arten - das alles lohnt einen Besuch bestimmt. (Täglich zwischen 8:00 bis 17:00 geöffnet).

 

Der "Tijuca Nationalpark"

Ist vom Botanischen Garten nicht weit entfernt, das heisst, jener ist praktische ein ausläufer dieses 3.200 Hektar grossen Gebietes, mit Restbeständen des atlantischen Urwaldgürtels, der einst ganz Rio umgab.  Er ist die "Grüne Lunge" unserer Stadt und mit seinen zahlreichen Wanderwegen, Wasserfällen, Höhlen, aussichtsterassen und verschwiegenen Eckchen für Verliebte, ein beliebtes ausflugsziel: Nach einer Wanderung von ungefähr 2-3 Stunden erreicht man den "Pico da Tijuca", einen 1.012 Meter hohen Gipfel. von dem man eine schöne Sicht über die tropische Vegetation und die Guanabara-Bucht geniesst. Überall im Park - in dem man sich eigentlich wie in der Wildnis fühlt - entspringen Quellen, fliessen Bäche und trifft man auf Wasserfälle - und es gibt viele weitere Gipfel zu entdecken. 

Ende des 19. Jahrhunderts verwüstete ein Flächenbrand grosse Teile des atlantischen Regenwaldes in diesem Gebiet. Man beschloss, es wieder aufzuforsten und pflanzte viele Spezies des atlantischen Regenwaldes neu, die heute zu Baumriesen herangewachsen sind und "Rios Grüner Lunge" ihre volle Funktion zurückgegeben haben. Ipés, Jacarandas, Jequitibas und Sapucaias stehen heute als stützende Säulen zwischen der Waldvegetation, die auch einer typischen Fauna des atlantischen Regenwaldes zur Heimat geworden ist. Die aussichtsplattformen von "Vista chinesa" oder "Mirante Dona Marta" sind beliebte ausflugsziele, die traumhafte Panorama-ausblicke auf die Stadt bieten. Der Wasserfall "cascatinha do Taunay", die Kapelle "capela Mayrink", das "Museu do acude" oder der See "acude da Solidao" sind weitere erlebenswerte Ziele innerhalb dieses Waldgebiets. Und natürlich der "Corcovado", der aus dem Wald hervorragt. Sie können den einen ausflug sehr gut mit dem andern verbinden! (Der Park ist täglich zwischen 7:00 und 18:00 geöffnet).

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